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Vereinigtes Königreich

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United Kingdom of
Great Britain and Northern Ireland
Vereinigtes Königreich
Großbritannien und Nordirland
Flag of the United Kingdom.svg
Royal Coat of Arms of the United Kingdom.svg
Wahlspruch: Dieu et mon droit
(französisch für „Gott und mein Recht“)
Amtssprache Englisch (de facto)
amtlich regional: Kornisch, Irisch, Schottisch-Gälisch, Scots, Ulster Scots, Walisisch
Hauptstadt London
Staats- und
Regierungsform
parlamentarische Monarchie
(Westminster-System)
Staatsoberhaupt König Charles III.
Regierungschef Premierministerin Liz Truss
Währung 1 Pfund Sterling (GBP) = 100 Pence
Nationalhymne God Save the King
(„Gott schütze den König!“)
Zeitzone UTC±0 WEZ
UTC+1 WESZ
Kfz-Kennzeichen GB
ISO 3166 GB, GBR, 826
Top-Level-Domain .uk
Telefonvorwahl +44
United Kingdom in the European Union on the globe (Europe centered).svg

Das Vereinigte Königreich (engl.: United Kingdom, abgekürzt UK) ist ein Staat, der auf den Britischen Inseln vor der Nordwestküste des europäischen Kontinents gelegen ist. Die amtliche Langform lautet in Deutschland und Österreich Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland sowie in der Schweiz Vereinigtes Königreich von Grossbritannien und Nordirland.[1] Großbritannien, wie das Land vereinfacht auch genannt wird, hat etwa 63,7 Millionen Einwohner (2012).[2] Der Inselstaat ist eine Union aus den Einzelstaaten England, in dem auch die Hauptstadt London liegt, sowie Schottland und Wales und dem ministerial verwalteten Gebiet Nordirland. Von 1973 bis 2020 war es Mitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bzw. später der Europäischen Union.

Geschichte

Nach mehreren Kriegen im 17. und 18. Jahrhundert gegen Frankreich und die Niederlande etablierte sich England (nach dem Act of Union 1707 mit Schottland das Königreich Großbritannien) als führende Kolonialmacht in Amerika und dem Indischen Subkontinent. Das Britische Weltreich (englisch British Empire) war das größte Kolonialreich der Geschichte. Britisch-Indien wurde auf dem Indischen Subkontinent nach der Niederschlagung des Indischen Aufstands von 1857 (auch Sepoyaufstand) gegründet. Die bisherigen Besitzungen der Britischen Ostindien-Kompanie wurden in eine Kronkolonie umgewandelt. Im Jahr 1876 wurde Königin Victoria (1819–1901) von Großbritannien zur Kaiserin von Indien ausgerufen. 1922, zur Zeit seiner größten Ausdehnung, umfasste es mit 458 Millionen Einwohnern ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung. Das Vereinigte Königreich ist aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland (1801–1927) entstanden. Infolge des anglo-irischen Vertrags kam es von 1922 bis 1923 zum Irischen Bürgerkrieg, bei dem die Irish Republican Army eine endgültige Trennung Irlands vom Britischen Weltreich durchsetzen wollte. 1922 entstand der Irischer Freistaat, der bis 1937 Vorgänger der heutigen Republik Irland war. Der Staatsname des Königreiches wurde noch bis zur 1927 erfolgten Änderung in Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland beibehalten. Durch den Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das britische Kolonialreich weitgehend aufgelöst. Britisch-Indien wurde im August 1947 unabhängig, durch die Teilung Indiens wurde es in die zwei Dominions Indische Union und Pakistan aufgespalten.

Im Jahr 1945 war das Vereinigte Königreich Gründungsmitglied er Vereinten Nationen und 1949 der NATO. Ab 1952 war Königin Elisabeth II. (1926–2022) die Königin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie von 15 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten. In Afrika wurden 1961 Britisch-Somaliland und Nigeria unabhängig. 1961 war das Vereinigte Königreich Gründungsmitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). 1973 traten der damaligen Europäischen Gemeinschaft in der ersten Norderweiterung das Vereinigte Königreich, Irland und Dänemark bei.

Ab dem 11. Mai 2010 war David Cameron (* 1966) der Premierminister. Im Mai 2015 wurde er wiedergewählt. Im Jahr 2016 führte Cameron ein Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union durch. In dem Referendum entschieden sich am 23. Juni 2016 51,9 % der abstimmenden Bevölkerung für den Austritt (Brexit genannt) des Vereinigten Königreichs aus der EU. Nach dem Referendum kündigte Cameron am 24. Juni 2016 seinen Rücktritt im Oktober 2016 an. Nach dem Wegfall mehrer möglicher Nachfolgekandidaten wurde jedoch bereits am 11. Juli 2016 die bisherige Innenministerin Theresa May Parteivorsitzende der Conservative Party und am 13. Juli 2016 Premierministerin des Vereinigten Königreichs.[3] Am 19. April 2017 stimmte das britische Parlament für die von Theresa May beantragten Neuwahlen zum Unterhaus im Vereinigten Königreich. Damit wurde das Parlament am 3. Mai aufgelöst und die Wahlen auf den 8. Juni 2017 vorgezogen.[4] Die Konservativen (Tories) unter Theresa May verloren mit 318 von 650 Sitzen dabei die absolute Mehrheit, die zur Alleinregierung nötig wäre. Die Labour Party unter Jeremy Corbyn (* 1949) konnte mit 262 Sitzen deutlich zulegen.[5] In der Folge haben die Tories ein Regierungsabkommen mit der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) unterzeichnet, um eine Minderheitsregierung zu ermöglichen.[6] Am 24. Juli 2019 übernahm Boris Johnson (* 1964) von Theresa May das Amt des Premierministers des Vereinigten Königreichs. Die vorzeitige Britische Unterhauswahl am 12. Dezember 2019 gewann in England Premierminister Boris Johnson deutlich. In Schottland gewann jedoch die Scottish National Party (SNP) von Nicola Sturgeon deutlich hinzu. Sturgeon ist gegen den Brexit und für einen Verbleib eines unabhängigen Schottlands in der EU. Die nächsten Wahlen zum schottischen Parlament sind im Jahr 2021 geplant. Am 31. Januar 2020 vollzog das Vereinigte Königreich Aufgrund des Referendums von 2016 den Austritt aus der Europäischen Union. Im Rahmen der sogenannten Partygate-Affäre verstieß Premierminister Boris Johnson mehrfach gegen Corona-Auflagen, wodurch er zum ersten britischen Premierminister wurde, dem während seiner Amtszeit ein Gesetzesbruch nachgewiesen wurde. Nach weiteren Skandalen trat Johnson am 7. Juli 2022 als Parteiführer zurück und kündigte einen Rücktritt als Premierminister an, sobald ein Nachfolger gewählt wird. Am 5. September 2022 wurde dann Liz Truss (* 1975) zur Vorsitzenden ihrer Partei gewählt und am darauffolgenden Tag von Königin Elizabeth II. offiziell zur Premierministerin ernannt.[7] Am 8. September 2022 verstarb Elisabeth II. nach über 70 Jahren Regentschaft als Königin. Ihr ältester Sohn Charles III. (* 1948) folgte als König des Vereinigten Königreiches.

Verwaltungsgliederung

Das Vereinigte Königreich ist in die Staaten England, Schottland und Wales und dem ministerial verwalteten Gebiet Nordirland geteilt. Zusätzlich gibt es abhängige Gebiete, offiziell britische Überseegebiete. Die Kanalinseln und die Isle of Man unterstehen nur der britischen Krone und gehören nicht zum Vereinigten Königreich. Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs und einer Vielzahl weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten.

England

England gliedert sich in neun Regionen. Diese sind in 6 Metropolitan Counties, 25 Non-Metropolitan Counties und 57 Unitary Authorities gegliedert.

Region Verwaltungssitz(e)
East of England Flempton
East Midlands Nottingham
Greater London -
North East England Newcastle
North West England Manchester und Liverpool
South East England Guildford
South West England Taunton und Somerset
West Midlands Birmingham
Yorkshire and the Humber Leeds

Schottland

Schottland in 32 Council Areas unterteilt, darunter drei Inselbezirke.

Council Area Verwaltungssitz ISO 3166-2
Code
ONS-Code[8]
Aberdeen - GB-ABE 00QA
Aberdeenshire Aberdeen GB-ABD 00QB
Angus Forfar GB-ANS 00QC
Argyll and Bute Lochgilphead GB-AGB 00QD
Clackmannanshire Alloa GB-CLK 00QF
Dumfries and Galloway Dumfries GB-DGY 00QH
Dundee - GB-DND 00QJ
East Ayrshire Kilmarnock GB-EAY 00QK
East Dunbartonshire Kirkintilloch GB-EDU 00QL
East Lothian Haddington GB-ELN 00QM
East Renfrewshire Giffnock GB-ERW 00QN
Edinburgh - GB-EDH 00QP
Äußere Hebriden
Na h-Eileanan Siar
Stornoway GB-ELS 00RJ
Falkirk Falkirk GB-FAL 00QQ
Fife Glenrothes GB-FIF 00QR
Glasgow - GB-GLG S12000049
Highland Inverness GB-HLD 00QT
Inverclyde Greenock GB-IVC 00QU
Midlothian Dalkeith GB-MLN 00QW
Moray Elgin GB-MRY 00QX
North Ayrshire Irvine GB-NAY 00QY
North Lanarkshire Motherwell GB-NLK 00QZ
Orkney Kirkwall GB-ORK 00RA
Perth and Kinross Perth GB-PKN 00RB
Renfrewshire Paisley GB-RFW 00RC
Scottish Borders Newtown St Boswells GB-SCB 00QE
Shetland Lerwick GB-ZET 00RD
South Ayrshire Ayr GB-SAY 00RE
South Lanarkshire Hamilton GB-SLK 00RF
Stirling Stirling GB-STG 00RG
West Dunbartonshire Dumbarton GB-WDU 00QG
West Lothian Livingston GB-WLN 00RH

Wales

Wales wurde 1996 in 22 Principal Areas aufgeteilt.

Principal Area Walisischer Name Status Verwaltungssitz ISO 3166-2
Code
ONS-Code[8]
Blaenau Gwent County Borough Ebbw Vale GB-BGW 00PL
Bridgend County Borough Bridgend GB-BGE 00PB
Caerphilly Caerffili County Borough Hengoed GB-CAY 00PK
Cardiff Caerdydd City - GB-CRF 00PT
Carmarthenshire Sir Gaerfyrddin - Carmarthen GB-CMN 00NU
Ceredigion - Aberaeron GB-CGN 00NQ
Conwy County Borough Conwy GB-CWY 00NE
Denbighshire Sir Ddinbych - Ruthin GB-DEN 00NG
Flintshire Sir y Fflint - Mold GB-FLN 00NJ
Gwynedd - Caernarfon GB-GWN 00NC
Isle of Anglesey Ynys Môn - Llangefni GB-AGY 00NA
Merthyr Tydfil Merthyr Tudful County Borough Merthyr Tydfil GB-MTY 00PH
Monmouthshire Sir Fynwy - Cwmbran GB-MON 00PP
Neath Port Talbot Castell-nedd Port Talbot County Borough Port Talbot GB-NTL 00NZ
Newport Casnewydd City Newport GB-NWP 00PR
Pembrokeshire Sir Benfro - Haverfordwest GB-PEM 00NS
Powys - Llandrindod Wells GB-POW 00NN
Rhondda Cynon Taf County Borough Tonypandy GB-RCT 00PF
Swansea Abertawe City and County Swansea GB-SWA 00NX
Torfaen County Borough Pontypool GB-TOF 00PM
Vale of Glamorgan Bro Morgannwg County Borough Barry GB-VGL 00PD
Wrexham Wrecsam County Borough Wrexham GB-WRX 00NL

Abhängige Gebiete

Die Britischen Überseegebiete (British Overseas Territories) sind nicht Teil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland, stehen aber unter dessen Souveränität. Sie liegen zum größten Teil außerhalb Europas.

britische Überseegebiete


Gebiet Kontinent Hauptstadt
Akrotiri und Dekelia Asien Episkopi Cantonment
Anguilla Nordamerika The Valley
Bermuda Nordamerika Hamilton
Britische Jungferninseln Mittelamerika Road Town
Britisches Antarktis-Territorium Antarktika Rothera-Station
Britisches Territorium im Indischen Ozean Asien Camp Thunder Cove/Camp Justice
Cayman Islands Mittelamerika George Town
Falklandinseln Südamerika Stanley
Gibraltar Europa Gibraltar
Montserrat Nordamerika de jure: Plymouth
de facto: Brades
Pitcairninseln Australien und Ozeanien Adamstown
St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha Afrika Jamestown
Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln Südamerika King Edward Point
Turks- und Caicosinseln Mittelamerika Cockburn Town

Literatur

  • Paul Addison und Harriet Jones (Hrsg.): A Companion to Contemporary Britain: 1939–2000, 2005, 583 Seiten, ISBN 978-0631220404.
  • Andrew Marr: A History of Modern Britain, 2009. Auch u.d.T.: The Making of Modern Britain, 2010.
  • Kenneth O. Morgan: The Oxford History of Britain, 2010, ISBN 978-0199579259.

Weblinks

Quellen